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Ursprung der Sartiglia

In Oristano an der Westküste von Sardinien findet am Faschingssonntag und am Veilchendienstag alljährlich eines der spannendsten Karnevalsereignisse der Insel statt. Der erste Tag des atemberaubenden Reitturniers Sa Sartiglia wird traditionell von der Vereinigung San Giovanni organisiert. Der zweite Wettkampftermin wird hingegen vom Gremium der Tischler ausgerichtet.

Die Sartiglia ist ein huldvoller Wettstreit, bei dem sich zahllose Reiter zur Karnevalszeit tapfer um einen Silberstern schlagen.
 
Seit etwa 1546 ist Oristano Schauplatz dieses bunten Wettkampfes, der vermutlich erstmals zu Ehren von Kaiser Karl V. in der Provinzhauptstadt ausgetragen wurde.
 
Ziel des Turniers ist es, in vollem Galopp einen aufgehängten Silberstern aufzuspießen. Gelingt es den Reitern den Stern zu stechen, wird es ein gutes Jahr, denn von der Anzahl der Sterne hängt die Jahresernte ab. Je mehr, desto besser, d.h. die Geschicklichkeit der Reiter besiegelt das Schicksal des Städtchens.
 
Der Held des Tages ist Su Cumponidori - der Waffenmeister. Eigentlich ist er Schlosser oder Versicherungsangestellter. Aber wenn die Karnevalszeit beginnt, wird ihm dieses Amt anvertraut. Warum? Weil er meisterhaft Reiten kann.
 
Um 12:30 Uhr wird er öffentlich von einigen jungen Frauen eingekleidet.
Das historische Kostüm wirkt zweideutig: Halb Mann, halb Frau, mit einem Brautschleier, einem Zylinder und einem Veilchenstrauß in der Hand.
Da er den Boden bis zum Ende des Turniers nicht mehr berühren darf, wird er getragen und in den Sattel gehoben.
 
Von seinen Stellvertretern Su Segundu und Su Terzu sowie einem ganzen Schwung bunte Reiter, Trommelwirbel und Fanfarenstößen begleitet, segnet er die Zuschauer zunächst mit einem Frühlingsblumenstrauß, dem Pippia de Maju, dann geht's los - in vollem Galopp!
 
Die Reiter ziehen nacheinander ihr Schwert. Der Silberstern schwingt leicht im Wind. Die Zuschauer strecken ihre Köpfe in die Höhe. Jeder Millimeter zählt und kann den Stern kosten. Wird der Stern gestochen, liefert das Publikum eine lautstarke Jubelkulisse, verfehlt der Reiter sein Ziel, geht ein enttäuschtes Raunen durch die Reihen.

Im Anschluss an das Rennen und um die Anzahl der aufgespießten Sterne zu feiern, messen die Reiter ihre Kräfte noch in Gruppen- und Einzelfiguren auf den galoppierenden Pferden. Die Pariglie sind nicht immer ungefährlich und erfordern jede Menge Geschick, Übung und Erfahrung.
 
Am Rosenmontag gibt es hingegen die Sartigliedda zu sehen - das Reitturnier für Jugendliche. Am 15. August wird die Sartigliedda im Rahmen der Festa del Mare wiederholt, doch diesmal an der Strandpromenade von Torregrande.

 

 

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